Integrierte
Klinische Pfade (IKP)
Integrierte Behandlungspfade (IBP)1)
1)Terminologie der GMDS
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Jörg Eckardt 15.07.2002
- letzte Aktualisierung 10.12.2005
Behandlungspfad, Clinical pathways (CP), Critical Pathways, Leitlinien,
Patientenpfad, Prozessmanagement (PM), Disease management programm (DMP),
Standard operation procedure (SOP), Evidence based medicine (EbM), Behandlungsstandard,
Behandlungsabläufe, Prozesskostenrechnung, Versorgungspfad
Der Begriff "Klinischer
Pfad" stellt eine inhaltliche Nähe zur Klinik dar, die so nicht
gewünscht ist. Pfade sind als Methode grundsätzlich nicht auf
Sektoren begrenzt. Der Begriff Integrierte Behandlungspfade (IBP) trägt
dem eher Rechnung.
Unter hohem ökonomischen Druck im Gesundheitswesen
wächst für die Beteiligten der Anreiz, nach neuen Wegen zu suchen,
die Abläufe effizienter und effektiver zu gestalten.
Für die Steuerung des Unternehmens
Krankenhaus bedarf es deswegen geeigneter Instrumente, um festzustellen:
- Was kostet
bei uns eine Behandlung?
- Können
wir die Behandlung kostendeckend erbringen?
- Können
wir unsere Prozesse verbessern?
Behandlungspfade bieten Chancen zu folgenden positiven
Nebeneffekten
- Wissensmanagement
und Nachschlagehilfe für neue Mitarbeiter
- Führungs-
und Steuerungsinstrument für den leitenden Arzt und Pflegedienstleitung
- Reduktion
des Dokumentationsaufwandes
- Verbesserung
der Qualität der Dokumentation
- Vereinfachung
in der Kommunikation mit dem MDK bei strittigen Abrechnungsfragen
- Unterstützung
bei den Entgeltverhandlungen
- Koordination
des Einsatzes verfügbarer Ressourcen innerhalb einer DRG
- Grundlage
für Evaluation und ständige Verbesserung
Zusammenfassend lassen sich Behandlungspfade folgendermaßen
beschreiben:
„Ein integrierter Behandlungspfad ist ein
Steuerungsinstrument.
Der Pfad beschreibt den
optimalen Weg eines speziellen Patiententyps mit seinen
entscheidenden diagnostischen und therapeutischen Leistungen und
seiner zeitlichen Abfolge.
Interdisziplinäre und interprofessionelle Aspekte finden ebenso Berücksichtigung
wie
Elemente zur Umsetzung, Steuerung und ökonomischen
Bewertung.“
Die Pfaderstellung umfasst selbstverständlich die
Benennung von Unterstützungsprozessen, Art und Umfang von Ressourcenverbrauch
(ökonomische Bewertung), Festlegung von Regelpunkten und Qualitäts(zwischen)zielen,
um den Pfad steuern zu können.
| Behandlungspfade
sind nicht |
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Behandlungspfade bedeuten grundsätzlich keine Änderung
des klinischen Alltages, sondern stellen eine standardisierte Beschreibung
dessen dar, was in einer Klinik üblich ist.
Behandlungspfade bedeuten keine Abkehr von der Therapiefreiheit des Arztes.
Abweichungen von dem konsensierten Korridor bedürfen einer Begründung
und Dokumentation.
| Auswahl
geeigneter Behandlungsfälle |
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Orientierung an
- DRGs der
Abteilung/des Hauses
- Häufigkeit
- Umsatz
- Verfügbare
Daten (z.B. BQS-Daten)
- Kosten
(DRGs mit einem hohen Relativgewicht)
- Disease
Management Programmen (DMPs)
- Vom Einfachen
zum Komplexen
Beginn mit überschaubaren Behandlungsfällen
Erst danach Indikationen mit Fachübergreifenden, Berufsgruppen- oder
Sektorübergreifenden Indikationen
| links
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Die Zeit, in der
Krankenhäuser nur über betriebswirtschaftliche Kennzahlen geführt
werden, scheint dem Ende entgegenzugehen. Bei einer Verschiebung der Unternehmenssteuerung
hin zu einer Prozessorientierung benötigen die Einrichtungen natürlich
prozessorientierte Kennzahlen, die sich an Qualitätszielen, Patientenanforderungen,
Kosten und Zeit zu orientieren haben. Ähnliche Tendenzen haben wir
bei der Einführung von EFQM erlebt. Über das Qualitätsmanagement
wurde eine ganzheitliche Sicht auf das Unternehmen (incl. betriebswirtschaftlicher
Daten) eingeführt. Die Balanced Score Card erweiterte die Sichtweisen
ausgehend von einer betriebswirtschaftliche Position.
Ich möchte
aber noch einmal zurückkommen auf die Prozessorientierung. Die primären
Geschäftsprozesse oder Kernprozesse des Unternehmens Krankenhaus
weisen eine hohe Komplexität auf. Das erschwert es, Nicht-Medizinern
auf der Ebene der Prozesse ein Unternehmen zu steuern. Für die Entwicklung
von Kennzahlen ist somit ausgewiesenes Fachwissen erforderlich. Ein Möglichkeit,
dies umzusetzen, besteht in der Implementierung von Klinischen Pfaden.
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